Extrem hohes Risikopotenzial 2018

Wir alle – Geier und Gäste – sind Merkur Piloten, sobald wir am Merkur fliegen. Teil einer großen, sympathischen und liebenswerten Gemeinschaft. Doch unsere Zukunft kann unter Umständen schwierig werden aufgrund der unfallbedingt erhöhten Risikolage.

Wir haben das selbst in der Hand. Wir können das. Wir wollen das. Wir schaffen das. Wenn jeder etwas mit anpackt. Ein kleiner Schritt für jeden einzelnen ist ein großer Schritt für uns alle. Für unsere Gemeinschaft. Für das Fliegen am Merkur.

 

Zur Sache: Die Flugsaison am Merkur rückt mit großen Schritten näher und wir alle freuen uns auf viele schöne Flüge hoch über Baden-Baden. Damit das noch lange Zeit so bleibt, beachtet bitte, dass aufgrund von drei Gleitschirm bedingten Bahnstillständen in 2017 unser Fluggebiet am Startplatz West eine klare „(dunkel)gelbe Karte“ erhalten hat.

Schicht im Schacht bei Bahnberührung

Wenn es in absehbarer Zeit zu ähnlichen Vorfällen kommt, können wir davon ausgehen, dass – salopp gesagt – Schicht im Schacht ist. Dann dürfen wir uns mit etwas Glück voll und ganz auf unseren schönen NO-Startplatz konzentrieren. Und der Merkur ist um eine sonnige Liegewiese für seine nicht fliegenden Besucher reicher. ALSO: In 2018 und darüber hinaus lautet die klare Ansage:

Bleibt von der Bahn weg! Sowohl beim Start als auch unmittelbar danach und auch im Flug! Wer das nicht macht, gefährdet nicht nur seine eigene Sicherheit, sondern das Fortbestehen unseres Fluggebietes!

Eigeninitiative zur Risikominimierung

Jeder einzelne Pilot, jede einzelne Pilotin ist dazu angehalten, sich für den Erhalt unseres Fluggebiets einzusetzen! Das fängt damit an sich ständig aufs Neue selbst zu hinterfragen: Was kann ich? Was will ich? Wie kann ich (heute) fliegen? Wie will ich (heute) fliegen? Passen die Witterungsverhältnisse zu meinem Können und zu meiner Erwartungshaltung bzgl. des zu erwartenden Fluges? Dazu gehört auch unerfahrene Piloten über die Einweisung hinaus zu Risiken zu informieren und ihnen ggf. auch mal klar und deutlich zu sagen, dass die momentanen Witterungsverhältnisse nicht für sie geeignet sind. Bei Uneinsichtigkeit: rote Karte! Wir waren großzügig in der Vergangenheit, haben vielleicht aber auch gerade deshalb heute und in Zukunft kaum bis keinen Toleranzspielraum mehr. Und Eigeninitiative darf auch ruhig so weit gehen, dass man bei verschlissenen Windsäcken selbst für Abhilfe sorgt. Windsäcke und Werkzeug befinden sich im Geiernest und zukünftig auch im „Kabuff“ hinterm Merkurstüble – Zifferncode des Vorhängeschlosses ist „112“. Sollte kein Material mehr da sein, bitte umgehende an den Vorstand melden. Dann sorgen wir schnellstmöglich für Abhilfe.

Merkur = anspruchsvoll

Der Merkur ist ein anspruchsvoller Flugberg mit einem anspruchsvollen West-Startplatz – macht euch das immer wieder klar, auch die langjährigen Merkur-Piloten! Und macht Groundhandling! Gleitschirmfliegen ist auch ein Vergnügen, aber es ist vor allem ein Sport. Und dafür, wie für jede andere Sportart auch, muss man trainieren – jeden Teil der Gesamtdisziplin: vom Start über den Flug bis zur Landung.

Übrigens Dankeschön (!) an Eric Trapp, dass er mir vor kurzem diese Perspektive des Gleitschirmfliegens aus seiner Sicht noch einmal im persönlichen Gespräch sehr eindrücklich und nachdrücklich geschildert hat! Und damit wären wir bei einem weiteren Punkt: Gleitschirmfliegen ist ein steter Lernprozess – in vielerlei Hinsicht. Davon kann ich persönlich, wie viele von euch wissen, selbst ein Lied singen – ein teils verdammt dissonantes! Es geht wieder aufwärts – doch der Lernprozess ist in alle Richtungen offen. Immer. Und für jeden. Und manchmal muss man natürlich an Grenzen gehen, um sie kennenzulernen, und Rückschläge erleiden, damit man weiß wo man steht und was man an der geilsten Sache der Welt überhaupt hat – aber bitte versucht euch immer bewusst zu machen, dass eure Verantwortung bei einem so von der Öffentlichkeit „beobachteten“ Sport eben meist über eure eigene persönliche Welt hinauswirkt. Unter Umständen mit massiv negativen Folgen für andere und unser Fluggebiet.

Denkt an unsere Nachbarn

Bitte beachtet auch unsere Nachbarn – unter anderem die Kleingartensiedlung direkt neben unserem Landeplatz West: NICHT ÜBERFLIEGEN! Der Merkur ist ein „heiß umkämpftes“ Freizeit- und Interessensgebiet. „We stand our ground“ so gut wir es (uns erlauben) können. Aber wir müssen auch die Interessensgrenzen anderer respektieren, wie diese umgekehrt auch unsere Interessensgrenzen beachten müssen.

Bitte habt auch unsere animalischen Nachbarn auf dem Schirm, die Wanderfalken am Battert. Im Bereich der Badener Wand – im direkten Umfeld vom alten Schloss, also ganz vorne westlich am Felsmassiv – gilt vom 15. Januar bis 15. Juli ein Flugvermeidungsgebiet. Weitere Info: https://www.schwarzwaldgeier.de/einweisung/uebersichtskarte/ . Das ist wirklich ein klitzekleiner Bereich, der uns so gut wie gar nicht tangiert, aber wer den politischen Einfluss gewisser Interessensgruppen kennt, der weiß wie bedrohlich eine Auseinandersetzung mit diesen sein kann! Hier dürfen wir keine Angriffsfläche bieten!

Fazit:

Augen auf beim Fliegen am Merkur!

Passt auf euch und auf andere auf!

Jeder einzelne trägt Verantwortung für den Erhalt unseres Fluggebiets, darf und soll sich dafür einsetzen!

Wir sind Merkur-Piloten. Alle. Und das bleiben wir.

 


 

Änderungen der DHV-Erlaubnis Merkur in Auszügen:

– „Nach dem Start ist zunächst gerade abzufliegen. Zur Bahn ist ständig ein ausreichender Abstand zu halten.“

– „Piloten wird empfohlen, möglichst weit entfernt von der Bergstation zu starten (in Startrichtung gesehen links).“

– „Piloten müssen vor dem Start sicherstellen, dass es zu keiner ungewollten Abdrift über die Bergbahn kommt.“

– „Die Wahl der Startart („Vorwärtsaufziehen“ oder „Rückwärtsaufziehen“) muss den Verhältnissen und dem Könnenstand angepasst sein.“ (KEINE EXPERIMENTE!)

– „Es wird empfohlen, den Schirm weiter unten am Hang auszulegen.“ (Selbstverständlich immer situationsbedingt, je nach Windstärke!)

 

Danke und bis bald am Berg.