Rofan-Ausflug 2015 auf die Erfurter Hütte

Nun schon zum zehnten Mal organisierte Martin Gabi den Rofanausflugauf die in 1834m Höhe gelegene Erfurter Hütte, die man bequem mit der Seilbahn erreichen kann. Als Neu-Schwarzwaldgeier habe ich mich auch gleich angemeldet, denn solche Veranstaltungen sind ja die beste Gelegenheit, andere Vereinsmitglieder kennen zu lernen.Was mich dort erwartete war mir gar nicht bewusst. So rief ich noch 2 Tage vorher Martin an, um mich zu erkundigen, ob die Fahrt angesichts der schlechten Wetteraussichten überhaupt stattfinden würde. Dieses Telefonat eröffnete mir erst den Charakter dieses Ausfluges, als  ich erfuhr, dass das Fliegen nicht der Hauptzweck dieses Events sei, sondern das Beisammensein. Wie schön!  Ich hoffte dennoch auf ein paar Flugerlebnisse.

Bis am Samstag alle an der Erfurter Hütte eingetrudelt waren, verging der halbe Tag, was angesichts der Föhnlage fliegerisch nicht wirklich ein Problem war. Schließlich waren wir insgesamt zwölf Flugwillige, von denen fünf (mit mir) Rofan-Rookies waren – Eine gute Mischung. Denn damit waren zumindest mal fünf Schnapsrunden garantiert! (Es wurde uns gleich unmissverständlich klar gemacht, welche Pflichten die Neulinge haben).

Der Samstag war ein wunderschöner sonniger Föhntag und wir unternahmen eine recht anspruchsvolle Wanderung zur Rofanspitze bzw. Vorderes Sonnwendjoch, von wo man einen schönen Blick ins Zillertal genießen kann (die Gruppe trennte sich am Schafsteigsattel). Der starke Wind am Kamm ließ uns einigermaßen frösteln, doch schließlich wurden die Anstrengungen der Wanderung durch das Viergänge-Menü von Hüttenwirt Raimund mehr als belohnt. Nachdem wir alle schon pappsatt waren, gab’s noch zwei Riesenpfannen mit buttertriefendem Kaiserschmarrn (sehr lecker). Fast alle nahmen dieses Super-Menü-Angebot an, was alleine den Besuch auf der Erfurter Hütte wert war.

Fliegerisch ging es dann am nächsten Tag zur Sache.  Wir machten ein kleines Flugfenster zwischen 11 und 13 Uhr aus. Die Warmfront mit viel Regen im Gepäck war deutlich im Anmarsch und die Kaltfront hatte diese schon teilweise überholt. Für mich der allererste Flug am Rofan – und das ohne Einweisung auf dem Landeplatz (tsssss…) und die speziellen Bedingungen dort. So war ich denn sehr überrascht, als ich südöstlich des Landeplatzes nicht mehr gegen den Nordost-Wind (etwa 45 km/h) ankam und nicht umhin kam, einen Außenlandeplatz zu suchen (wie ich später erfuhr, war ich nicht der einzige). Die Landung erfolgte dann im Rückwärtsgang, und ich hatte alle Mühe, den Schirm zu bändigen. Beim Zusammenlegen war ich allerdings nicht allein, denn auch Marc Mitchells Außenlandung war unweit meiner „Einschlagstelle“.

So ein Hüttenaufenthalt hat schon seinen ganz eigenen Charme. Schlimm allerdings war, dass wir den „last call“ um 22 Uhr verpassten und die Skatrunde im Trockenen beenden mussten. Die Hüttenruhe hielten wir natürlich sehr streng ein, bis auf die notorischen Schnarcher, die ihre (Flug)erlebnisse klanglich im Traum repetierten.

In der Nacht hatte sich der Himmel dann so richtig ausgeweint, so dass der Montag uns beim reichhaltigen Frühstück zumindest schöne Abgleiter verhieß. Gegen 11 Uhr zogen wir die Schirme auf und gönnten uns zwei/drei Flüge in ruhiger Luft bei wunderbar klaren Sichtverhältnissen. Ein paar ganz hart gesottene unter uns zogen es nach dem zweiten Flug vor, in freudiger Trinkerwartung die fast 900 Höhenmeter zur Dalfazalm in Kauf zu nehmen (ich war nicht dabei). Der anschließende Hüttenabend wurde wieder sehr feucht-fröhlich und so wurde auch die Nacht – feucht, so dass am Abreisetag (Dienstag) niemand mehr bei Südwind auf gute Abflugbedingungen warten wollte – Außer Urgestein Mike Küng, den wir bei der Abfahrt mit der Seilbahn noch mit einem Fluggast im Tandem bewundern durften.

Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei!

Tim Avonda

1 Antwort
  1. Werner Becker
    Werner Becker says:

    Danke für den schönen Bericht, Organisation und schönen Bilder. Dieser Ausflug brachte mir auch meine persönlichen Grenzen näher. Starkwindlandungen mit 40er Wind – anspruchsvolle Bergwanderung – die Schnapsrunden aber setzten mir doch sehr stark zu. Da ich nun rofanmäßig trainiert bin, steht einer erneuten Herausforderung im nächsten Jahr nichts mehr im Wege. Danke nochmals an alle für die guten Tage.

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