Fliegen mit den (Gänse-) Geiern in Slowenien

„Das Soča-Tal, das Soča-Tal, das sah uns schon zum sechsten Mal.
Das liebenswerte Soča-Tal wird uns bald wieder seh’n!“

Ein Bericht zur Slowenien-Ausfahrt von Tim Avonda.

Wir hatten schon ein fast unverschämtes Glück auf dieser Reise! Und das Glück sollte uns die ganze Woche hold bleiben. Das ging schon mit der Anreise los: in nur 9 Stunden erreichten wir unsere Pension Šterk in Most na Soči bei strahlend blauem Himmel mit zwei Bussen und zwei PKW. Und dann gab es nichts, was uns Geier am Boden hielt – rauf auf den Kobala, auf 1081m über dem nur etwa 200m hohen malerischen Sočatal. Ein grandioser Anblick! Immer wieder schön! Was für ein Auftakt: Runterkommen war gar nicht so einfach – nur der für 20 Uhr bestellte Gaumengenuss brachte uns dazu, dem Fluggenuss ein Ende zu setzen. Und überhaupt…. Das Abendessen bei Familie Šterk war einfach köstlich, der Service sehr freundlich und die grandiose Aussicht von der Terrasse Balsam für die Seele! Wir hatten – wie immer – die ganze Pension für uns und fühlten uns wie zu Hause unter Freunden. Die mitgereisten nicht-fliegenden Mädels hatten den Pool für sich allein und machten von diesem Angebot ausgiebig Gebrauch. Das kühle Nass und schattige Plätze am Pool machten die Hitze (34-36°C) erträglich.

Am Morgen konnten wir uns beim Buffet richtig gut stärken, bevor es – je nach Fluggebiet – zwischen neun und 11 Uhr auf den Berg ging. Ein glückliches Händchen bewiesen wir auch bei der täglichen Auswahl des Fluggebietes – abends hatten wir immer die Gewissheit, die richtige Wahl getroffen zu haben. Wir nutzten drei Startplätze: den (oben erwähnten) Kobala hoch über Tolmin (3 Tage), den Stol (mit Landeplatz im 5 km entfernten Kobarid, 2 Tage) und dem am südlichsten Ausläufer der Alpen gelegenen Lijak (2 Tage). Unsere beiden ältesten Geier auf dieser Tour zeigten uns wie’s geht: Herman, der für den erkrankten Alois kurzfristig eingesprungen war, ging stets als Dummy raus und bleib meist auch am längsten in der Luft, dicht gefolgt von Friedl (Gerd). Der Stol verwöhnt den Streckenflieger mit bestangeströmtem kilometerlangen Grat in Nord-West / Süd-Ost Richtung und erlaubt mindestens zwei (nach Italien im Nord-Westen wäre der dritte) Talsprünge zu den nächsten Gebirgskämmen. Den 2244 m hohen Krn zu überfliegen, bildet das absolute Highlight eines solchen Flugtages, der (am Donnerstag) mit Flügen von bis zu 6 Stunden und XC Strecken-Längen von annähernd 100 km belohnt werden sollte.

Das Soča-Tal, zu erleben – mit den Geiern aus dem Schwarzwald und den slowenischen Gänsegeiern ist für mich das fliegerische Highlight des Jahres und ich werde mit Sicherheit nächstes Jahr wieder dabei sein. Ein herzlicher Dank gebührt Rainer, der dieses Flugabenteuer nun zum sechsten Mal in Folge organisierte! Und dass wir dabei auch noch Advance-Schirme von Winnie Schröder und verschiedene Schirme von UP, BGD und Skywalk testen konnten, die uns Martin Lehmann von der Flugschule Planet Para zur Verfügung stellte, ist ein weiteres Schmankerl.

Ein Wermutstropfen allerdings bleibt: Gregor Lihs verletzte sich an der Wirbelsäule, als er unsanft auf dem Sportplatz landete. Wir hoffen, dass er bald in eine deutsche Klinik verlegt werden kann, wo er hoffentlich wieder ganz hergestellt wird. Alle Geier wünschen Dir Gute Besserung, Gregor! Werde wieder ganz gesund und sei das nächste Mal wieder dabei.






Hier kommt noch eine filmische Dokumentation der Reise von Bernd Steggemann;

https://youtu.be/n0cdCNHMHCc

2 Kommentare
  1. Hermann Schätzle
    Hermann Schätzle says:

    hallo Tim,
    danke dir für den schönen Bericht, überhaupt deine Netzwerkarbeit für die Gruppe (Whatsapp, Dropbox,…). Ich fand allgemein, dass alle offen und hilfsbereit waren (ich denke z.B. an Joachim, der meiner Meinung nach besonders viel Einsatz für die Gruppe gezeigt hat).
    Am längsten in der Luft und am weitesten geflogen bin nicht ich, sondern Dirk S.. Das tolle an der Woche war, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer ihre bis dahin besten Flüge hatten, so auch ich.
    Hermann

  2. Gerd Halbeis
    Gerd Halbeis says:

    Danke an Tim für den gelungenen Bericht, Danke an Rainer für die Organisation und viel Geduld und Danke an alle, die Fahrdienste übernommen haben.
    Leider sind “Berge nicht ohne Täler zu Haben” , so müssen wir auch unsere Glücksgefühle im Kontrast zu den Negativerlebnissen unserer Fliegerfreunde Gregor, Martin und Josef sehen. Gregor und Martin wünsche ich einen guten Heilungsverlauf und Josef, dass er sich von seinem Schrecken gut erholt und bald wieder durch die Lüfte schweben kann.
    Gruß Friedl

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