“Was wollen wir werden?”

Wir haben es wieder einmal geschafft. Jahresende. Durchatmen. Rückblicken. Vorausschauen. Zufrieden sein können mit dem Erreichten. Auch wenn manche meinen, Weihnachten sei eine Zeit in der nicht das Erreichte zählt, sondern nur das Erzählte reicht. Das Erreichte zählt immer. Man muss es nur nicht immer erzählen. Der Jahreswechsel ist genau die richtige Zeit, es zu tun. Daher: gut gemacht! Du. Ihr. Wir. Euer Vorstands-Team wünscht euch ein frohes Fest und einen schönen Jahresausklang. Vielen Dank für das gute Miteinander in unserer Gleitschirm-Gemeinschaft. Für das kommende Jahr viel Gutes. Muss ja nicht immer “alles” sein, doch das meiste schon.

Von mir persönlich noch ein … oder zwei … oder drei Dinge, Sachen, Gedanken oder sowas halt … 2019 war glücklicher Weise ein – verglichen mit 2018 (drei Bahnstillstände) – recht ruhiges Jahr. Ich kenne die aktuellen Zahlen nicht im Einzelnen, jedoch unfalltechnisch hatten wir Glück. Das ist das Verdienst von vielen Menschen. Menschen, die anpacken, wenn sie gebraucht werden. Menschen, die für sich Verantwortung tragen, wenn sie sich fliegerisch weiterentwickeln und dazu Gegebenes immer wieder sinnstiftend infrage stellen. Menschen, die Verantwortung auch für andere Menschen tragen, indem sie für diese da sind, indem sie mit anderen sprechen und indem sie Gemeinschaft leben. Im Kleinen wie im Großen. In vielen kleinen Schritten. Das kann die Teilnahme an einem Arbeitseinsatz sein, das selbstständige Veranstalten eines Testivals und das kann auch einfach ein nettes Gespräch am Start- oder Landeplatz sein oder einfach nur ein Lächeln. Ein Lächeln, das man einem anderen Menschen schenkt, und: vor allem auch sich selbst. Einfach mal ab und zu in sich hinein zu lächeln, das ist echt was Schönes. Macht man viel zu selten. Ist wie so eine kleine Sonne in einem drin. Und die anderen merken das. Das strahlt aus. Steckt an. Und am Schluss sind alle einfach irgendwie nur gut drauf und freuen sich, mal wieder am Berg zu sein. Mit sich im Einklang und mit anderen. Mit Menschen die man mag – vielleicht, weil sie auch sich selbst mögen.

Reinschauen kann man in keinen – in sich selbst ein wenig, in andere weniger. Doch sich reindenken, das kann man immer wieder versuchen. Und das lohnt sich. Und wenn jemand merkt, dass man sich in ihn oder in sie reindenkt, dann freut das denjenigen oder diejenige meist – auch einen selbst beim In-sich-selbst-Reinschauen. Weil man so Anteil nimmt am Leben eines anderen Menschen – und am eigenen. Und das verbindet – auch mit sich selbst. Dann ist der einzelne nicht allein. Dann fühlt man sich zuhause. Ein Stück weit. Hier und jetzt, am Berg, in der Luft und wieder unten auf der Landewiese beim Ablästern – was richtig Spaß macht und total dazugehört und – liebevoll interpretiert – ein Zeichen inniger Teilnahme am anderen ist. So kann man das auch mal sehen. Darf man es sehen.

Was Freunde bedeuten, weiß man oft erst, wenn man sie verliert. Was Familie bedeutet, weiß man oft erst, wenn man sie verliert. Was Gemeinschaft bedeutet, weiß man oft erst, wenn man sie verliert. Manche Dinge kann man aber nur einmal verlieren. Und da ist es gut, wenn man vorher ab und zu drüber nachdenkt, was einem was wert ist und wie wenig es oft braucht, um Dinge am Leben zu halten, ja, mit wie wenig Einsatz Dinge wachsen können und Leben entsteht – Gemeinschaft wächst und Gemeinschaft entsteht. Anfangen kann das schon einfach mal mit einem Lächeln, das man sich selber schenkt. Warum eigentlich nicht gleich hier und jetzt? Probiers doch einfach aus – tut gar nicht weh 😉 .

In diesem Sinne: Habt euch lieb. 

Ach ja, wo kommt die Headline her? Daher: “Die wichtigste Frage der Menschheit ist nicht: Was dürfen wir nicht? Sondern: Was wollen wir werden?
Auszug aus der Süddeutschen Zeitung vom 22./23. Dezember 2018, S. 33 Beitrag “Menschheitsfrage” (Zitiert wird hier aus Yuval Harari “Eine kurze Geschichte der Menschheit”)

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