Bitte weiter vorsichtig sein!

Liebe Schwarzwaldgeier,
nach dem Neustart am Merkur konnten wir schon ausgiebig fliegen und wurden für die lange Wartezeit am Boden belohnt – das haben wir uns wirklich verdient! Wir hatten gestern Video-Vorstandskonferenz und haben die ersten Flugtage Revue passieren lassen. Unser Fazit: Ein großes Dankeschön dafür, dass ihr so diszipliniert wart und euch an die Corona-Flugregeln gehalten habt. Bitte macht weiter so!

Trotzdem haben wir auch feststellen müssen, dass einige Piloten die Flugbedingungen unterschätzt und ihre eigenen Fähigkeiten überschätzt haben. Meistens ist das gut ausgegangen, einmal aber endete es nach einem Hüftbruch bei der Landung auf NO im Krankenhaus.

Denkt daran: Es herrscht Frühjahrsthermik – insbesondere die Landungen, auf West wie auf NO, sind sehr anspruchsvoll! In den Mittagsstunden und auch noch bis in den frühen Abend hinein können starke Ablösungen für gefährliche Turbulenzen sorgen. Gleiches gilt für die Startplätze und die Flugbedingungen selbst.

Der Merkur ist vor allem im Frühjahr ein anspruchsvolles Fluggebiet und kein luftiger Abenteuerspielplatz im Kleinformat, auf dem man sich und anderen etwas beweisen muss – auch wenn er auf den ersten Blick harmlos erscheinen mag, er hat es in sich! Wenigflieger und Anfänger tun gut daran sich in den Morgen- und Abendstunden erst einmal die nötige fliegerische Routine aufzubauen, bevor sie sich dann ggf. in anspruchsvollere Bedingungen untertags wagen.

Und macht Groundhandling – damit könnt ihr eure Motorik schulen. Im Falle eines Falles können antrainierte Automatismen darüber entscheiden, ob ihr im Krankenhaus oder auf der Lästerbank landet. Genau das war am Wochenende zu beobachten bei Piloten, die bei gleich schweren Bedingungen trotz 50-Prozent-Klapper in 10-15 m Höhe noch heil gelandet sind und solchen, bei denen das dann eben nicht mehr gereicht hat und der Flug leider im Unfall endete. Woher man das wissen kann, wer was beim Groundhandling drauf hat? Indem man den ein oder anderen zuvor auf der Wiese gesehen hat und mit Schrecken feststellen musste, welche Handling-Defizite dort vorliegen bzw. umgekehrt, wie gut andere ihr Gerät beherrschen! Denkt daran: Eine gesunde, kritische Selbstbeobachtung und daraus abgeleitet Selbsteinschätzung ist besser als gebrochene Knochen – denn bis die wieder verheilt sind, geht noch mehr Zeit ins Land in der man Schritt für Schritt Kompetenzen hätte aufbauen können.

Wer trotzdem den Helden oder die Heldin spielen will, riskiert nicht nur die eigene Gesundheit, er gefährdet dadurch unser Fluggebiet. Ich erinnere noch einmal daran, es ist nicht allzu lange her, da standen wir als Fluggebiet nach drei flugunfallbedingten Bahnstillständen ganz kurz vor der Schließung. Wir haben damals die gelbe Karte gesehen und sind mit einem blauen Auge davon gekommen! Ob wir unter ähnlichen Umständen noch einmal so viel Glück haben, wissen wir nicht.

Also bitte: Safety first! Das Jahr ist noch lang, es gibt noch viele Flugtage. Fliegt bei Bedingungen, die zu eurem Wollen und Können passen. Gebt euch und nehmt euch Zeit für Fortschritte – Fliegen braucht Übung und Reflektion, Übung und Reflektion, Übung und Reflektion. Was es nicht braucht ist die „Brechstange“.

In diesem Sinne: Happy Landings!

Euer Schwarzwaldgeier-Vorstands-Team

DHV Vereinsinfo Mai 2020 Update

Hier gibts alle wichtigen aktuellen Informationen vom DHV zum Gleitschirmfliegen.

Wichtige Hinweise zum Neustart am Merkur 11. Mai

Liebe Geier, liebe Gäste,
bald gehts wieder an den Start am Merkur. Hier die wichtigsten 10 Punkte für den Neustart. Bitte denkt auch daran, dass wir jetzt eine ganze Zeit lang nicht in der Luft waren, macht falls möglich vor eurem ersten Flug noch etwas Groundhandling und checkt eure Ausrüstung.

1 Jippie!!! Wir können ab Montag 11. Mai wieder fliegen.

2 Flugbetrieb nur für Vereinsmitglieder. Gäste wollen wir baldmöglichst das Fliegen am Merkur auch wieder ermöglichen.

3 Regeln für den Flugbetrieb: Haltet Abstand voneinander am Boden (1,5m). Keine Gruppen bilden. Am Startplatz wird es eine Startliste geben. Tragt euch in die Startliste ein, wenn der Startplatz zu voll ist und ihr warten müsst.

4 Seid besonders vorsichtig! Die Thermik kann sehr stark sein.

5 Das Gelände ist dank fleißiger Helfer im guten Zustand! Die Wetterstation soll am Montag wieder ans Netz gehen. Der Wetterfunk funktioniert schon.

6 Die Eröffnung der Merkurbahn wird vermutlich noch ein paar Wochen dauern. Also weiterhin Hike & Fly.

7 Das Portal für die Jahreskarten ist online: https://www.stadtwerke-baden-baden.de/de/mobilitaet-freizeit/merkurbahn/antrag-jahreskarte.php

8 Der SpeckWeg-Wettbewerb geht in die Verlängerung. Die Feier dazu findet statt sobald wir wieder in Gruppen zusammenkommen können.

9 Vielen Dank, dass ihr die schwierige Zeit so diszipliniert durchgehalten habt! Auch das hilft uns als gute Partner am Merkur angesehen zu werden.

10 Also Montag! Und Happy Landings!

Guten Flug wünscht euch euer Vorstands-Team

AUS für Annecy!

Liebe Schwarzwaldgeier,
„Annecy, c’est beau la vie“ – eine süße Zeit hätte es werden sollen, einige Tage oder auch eine ganze Woche des uneingeschränkten fliegerischen Gemeinschaftserlebnisses an einem der schönsten Gleitschirm-Hotspots der Alpen… hätte werden können. Alles was uns nach dem 29. April 2020 davon bleibt ist die Kompensation mit den süßen Urhebern des Slogans „H…, c’est beau la vie“. Und das bedauerlicher Weise nicht mal mit der leckeren, französischen „World Mix“-Variante der Bonner Fruchtgummi-Menagerie. Quel dommage!

Zur Sache:
Leider haben die politischen Folgeentscheidungen der internationalen Verbreitung des Sars-CoV-2 dazu geführt, dass wir unser für die zweite Woche des Juni geplantes „Annecy 2020“ nicht durchführen können. Den Ausschlag für die endgültige Absage hat die Verlängerung der internationalen Reisewarnung des Auswärtigen Amts bis vorerst 14. Juni 2020 gegeben.
Die Reisewarnung vom 29. April 2020 auszugsweise im Wortlaut: „An den deutschen Landgrenzen werden wieder Grenzkontrollen durchgeführt, wobei Reisende ohne triftige Reisegründe zurückgewiesen werden. […] Unternehmen Sie derzeit keine touristischen Reisen ins Ausland.“ Damit sind uns definitiv die Hände bzw. Flügel gebunden.

Wer bereits Unterkunft oder Sicherheitstraining gebucht hat, wird gebeten direkt mit den jeweiligen Übernachtungs- bzw. Veranstaltungsunternehmen in Kontakt zu bleiben bzw. bzgl. des weiteren Vorgehens Kontakt aufzunehmen. Ob und wie es mit den weiteren Ausfahrten (Slowenien, Greifenburg, Rofan) weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Wer sich dafür bereits angemeldet hat, bitte haltet Kontakt zu den Veranstaltern.
Wie es sich mit Annecy als Ausfahrt in 2020/2021 weiterentwickelt werden wir sehen. Wir setzen alles daran, es spätestens in einem Jahr zu realisieren. Vieles steht zurzeit in den Sternen.

Die grundlegend menschliche Fähigkeit zur Vorstellung dessen, was nicht ist, aber sein kann, das Fiktive und im weiteren Sinne Fiktionale, prägt im positiven wie im negativen Sinne viele Dimensionen unsere Zeit. In diesem Sinne endet dieser Text mit den Worten des fiktionalen Captain James T. Kirk: „Es ist Zeit, dass Sie lernen, dass einem die Freiheit nicht geschenkt wird, man muss sie sich verdienen!“

Bis BALD am Berg!