Hans ist auf Strecke.

Heute, Freitag, den 8. April 2016 um die Mittagszeit, ist Hans Berggötz von uns gegangen. Einer der einzigartigsten Flieger und Flieger-Charaktere hat sich von uns verabschiedet, wie es nur für ihn denkbar war: startfertig am Merkur-Startplatz West, auf die erste Ablösung wartend, hat er sich noch einmal im Gurtzeug aufs Gras gesetzt, hat die Augen geschlossen und sie an einem anderen Ort wieder geöffnet.

Wir trauern um Dich Hans. Du fehlst!

Unendliche Trauer, unendlichen Schmerz empfinde ich bei dem Gedanken, einen wahren Menschen nicht mehr dort anzutreffen, wo er in meinem Weltbild hin gehörte: an den Berg, in die Luft, hoch hinaus, auf und davon, immer auf Strecke und doch immer hier, am Landeplatz, grantig grummelnd, immer mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Kantig, eckig, bärbeißig, liebenswert, voller Liebe, nie unterwürfig, immer eigensinnig, immer präsent und für andere Menschen da – wenn er sie mochte, was eindeutig für sie sprach. Ein Mensch von einem Menschen, in all seinen Facetten. Eine Kraft und Lebendigkeit, die mich immer wieder unfassbar beeindruckt hat, immer noch beeindruckt, immer beeindrucken wird. Ein Mensch mit einer natürlichen Souveränität, der weder Ego noch Eitelkeiten brauchte, um vor anderen Menschen zu bestehen.
Ich habe immer gedacht, wenn Hans mal so richtig alt ist und nicht mehr kann, dann fliegen wir ihn Tandem. Alter Mann, wie immer warst Du schneller.

Wer erinnert werden will, muss solche Wege gehen – eigene, eigensinnige, kompromisslos lebendige.

Danke Hans, dass Du Deinen Weg für uns gegangen bist und ihn in uns und für uns weiter gehst. Wir nehmen Dich mit auf unsere Flüge, wie Du uns in Deinen Berichten auf Deine Flüge mitgenommen hast.

Hans ist auf Strecke.