Was braucht es zum Gleitschirmfliegen? Welche Voraussetzungen? Wie viel Gerät? Fliegen Männer anders als Frauen – fliegen diese besser? Wann werden endlich der „Integrierte Puls-Klimax“ und die „Gurtzeug-Feuchtigkeitsvariable“ eingeführt und warum ist das Parapopeln eine echte Gefahr für das Paragleiten? Fragen über Fragen, Möglichkeiten über Möglichkeiten. Manchmal kann es sich lohnen, Gewohntes auf den Prüfstand zu stellen und sich an Dingen, die man für selbstverständlich hält, zu reiben. Kommt man(n) nicht zum Reiben, kommt das Reiben oft zum Mann – selbstredend auch zur Frau. Daher gibt’s heute für Tage mit schlechtem Wetter – u.a. strahlender Sonnenschein mit unpassendem Wind – ein paar, mal mehr, mal weniger ernst gemeinte Fragen zum auf den Schirm reiben – oder sonst wohin.1) 2)
Warum nur Voraussetzungen und nicht „Nachaussetzungen“?
Worte sind wie wilde Tiere: Man muss sie im Auge behalten. Auch wenn „Voraussetzungen“ so tun, als könnten sie kein Wässerchen trüben, erscheinen sie in einem anderen Licht, zerlegt man sie durch einen raschen Schnitt in ihre Bestandteile. In der Schar der harmlos sich Heranschleichenden lauert ein beutegieriges „Vor-dem-Aussetzen“. Auf Gleitschirmflieger bezogen geht es um die Frage, was diese brauchen, bevor man sie in der freien Natur aussetzt bzw. bevor sie sich der freien Natur aussetzen. Glücklicher Weise handelt es sich beim Gleitschirmfliegen um eine Sportart, die menschliche Mängel nachsichtig behandelt und anfangs einiges im Dunkel des Nicht-Wissen-Nicht-Können-Dschungels belässt. Bekannter Maßen sieht einen der Tiger nicht, verschließt man die Augen vor ihm. Gleitschirmfliegende bewegen sich anfangs hinsichtlich der Ausbildungsanforderungen nicht markant über dem Niveau der PKW-Lizenz – im freien Luftraum herrscht meist weniger Verkehr. Darum ist die Haftpflicht auch so günstig. Versicherungsunternehmen kennen sich mit Voraussetzungen aus. Reicht es vor dem Freifliegen, wenn angehende Piloten sich die Theorie vor der Prüfung schnell in den Kopf klopfen, um sie dann wieder „frei fliegen“ zu lassen? Wo finden Piloten einen „Refresher-Kurs“ für gleitschirmfliegerische Theorie und Praxis (nach dem A- und B-Schein)? Wäre es eine Aufgabe für Vereine und gleichzeitig eine Möglichkeit zum Mitgliedergewinn, an der Basis auf freiwilliger Basis ausgebildeten Piloten kontinuierlich Wissen zu vermitteln? Oder brauchen wir mehr Reglement?
Wieviel Mut braucht es, wieviel Mut darf es sein?
Mut kommt bekanntlich von Mutter und beginnt gleich nach dem Aussetzen. Wer beim Gleitschirmfliegen zu viel Mut braucht, tut gut daran, sich bewusst zu werden, dass dieser auch ein gewisses Maß an innerer Energie aufbraucht, das beim Fliegen oder danach wieder ausgeglichen werden will. Das aus dem Französischen stammende „Lan de bière“ hilft nur temporär – und auch im Plural nicht mehr. Findet die Amortisation nicht oder nur ungenügend statt, wird’s zum Verlustgeschäft. Die Folgen unterscheiden sich sowohl in der Wirtschaft als auch beim Fliegen nicht allzu sehr. Ein erfahrener Pilot, Fluglehrer und Prüfer hat einmal nach einem oder einem der anderen „Lan de bièré“ zu mir gesagt, dass ihm vor vielen Jahren nach seinem ersten richtig langen Streckenflug klargeworden wäre, warum sich die Streckenflieger danach immer so besaufen täten. Aber das war früher – heute machen alle mentales Training. Wieviel Mut braucht man fürs Gleitschirmfliegen und wieviel Mut darf man fürs Fliegen brauchen? Und: Wie kann man den inneren Kräftehaushalt beim Fliegen – davor, währenddessen und danach – im Gleichgewicht halten?
Welcher Weg führt zur Freiheit?
Freiheit bedeutet auch, für sich entscheiden zu können, was gut für einen ist und unabhängig danach zu handeln – beobachten, bewerten, bewegen. Da einige Piloten immer wieder unter Beweis stellen, dass sie nicht oder nur teilweise in der Lage sind – mangels Erfahrung, Ausbildungsniveau oder Beobachtungsgabe – bewerten zu können, bei welchen äußeren und inneren Umgebungsbedingungen die Bewegung in der Luft ihren Fähigkeiten angemessen ist, erscheint auch nur eine relative Anzahl dazu fähig, die Freiheit des Fliegens für sich uneingeschränkt und authentisch erleben zu können. Fliegt der Rest second-hand? Natürlich braucht Lernen Nachahmung, das ist klar, aber irgendwann beginnt der eigene Weg – kann er beginnen. Wie kann man beim Gleitschirmfliegen frei werden, frei sein und frei bleiben? Wie kann man dem Hang widerstehen, einfach hinterherzufliegen und dabei aus den Augen zu verlieren, was gut und wichtig für einen selbst ist?
Wann ist ein Mann ein fliegender Mann?
Das Gros der Fliegenden ist männlich und über 40. Dementsprechend spiegelt Gleitschirmfliegen all das wieder, was Männer über 40 ausmacht: Gleitschirmfliegen ist weder sexy, noch ästhetisch, noch aufregend, noch neu und belebend oder gar inspirierend. Männliches Gleitschirmfliegen entspricht vielmehr dem Versuch, in der Münchener Innenstadt an einem Werktag um 18:00 Uhr echtes Autofahren zu erleben, nur um dann im XC-Navi festzustellen, dass man doch wieder nur bis zur nächsten roten Ampel gekommen ist. Das wirklich Erstaunliche dabei: Männer bringen es auch bei der super-geilen Sache Gleitschirmfliegen fertig in aller Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen, dass sie auf herausragende Weise in der Lage sind nichts, aber auch so rein gar nichts mit den Jahren dazu zu lernen – manche sprechen dabei von „Konstanz“ – doch das liegt bekanntlich am Bodensee und damit nahe bei der Schweiz und ihren Patentämtern. Wie es um den Mann an sich und für sich bzw. ihn steht, hat früh schon einer der daran Angestellten gewusst: Mann = Ego : Charakter2. Wann ist ein Mann beim Gleitschirmfliegen ein Mann? Muss mann fürs Fliegen ein echter Kerl sein, muss mann stark, darf mann schwach sein – wie darf, wie kann mann beim Fliegen sein?
Fliegen Frauen anders?
Am Anfang ja, leider. Sind sie zunächst Frau genug das Fliegen als etwas zutiefst Emotionales, Unmittelbares und Faszinierendes zu erleben und zu schildern – „… ach, so hoch, so schön, so frei, so weit, was ich da alles gesehen und erlebt habe, in mir und um mich herum, fantastisch … “ –, leiden viele später nicht mehr an dieser selbstredend fehlerhaften Perzeption und Interpretation des für den normalen männschlichen Geist Unfassbaren. Denn korrekt heißt die beispielhaft schulmäßige Flug-Beschreibung: „Ich war X m hoch, hatte Y Meter Steigen, dann Z Meter Sinken, nach dem ersten Bart war’s ganz schön ruppig, nach dem zweiten ging’s, dann war ich auf X m, hab aber nochmal richtig gekämpft, Anschluss bekommen und mich wieder auf Y m hochgearbeitet bis ich’s dann mit Z m sinken total verkackt hab und abgesoffen bin.“ Nicht zu vergessen, das Ganze gefolgt von einem herzhaft frustrierten: „Scheiße!“ Na, Ladies: Geht doch! Oder etwa nicht? Dann nochmal für alle Langsamen: Die verbale Quintessenz des gelungenen Gleitschirmfluges lautet „S-c-h-e-i-ß-e“! Weitermachen! Üben! Ist Gleitschirmfliegen wirklich so von männlichen Aspekten dominiert? (Was) Können Männer beim Fliegen von Frauen lernen?
Verändert sich mit den Jahren die Qualität des Fliegens?
Beim Gleitschirmfliegen ist es erfrischend mitanzusehen wie intelligenzbegabte, ausgewachsene Säuger, die kurz davor stehen oder sich mitten darin befinden in der gelebten und erfahrenen Ruhe die Kraft zu finden, auf ein kompetitives Niveau Pubertierender einlanden, um vieles was ihnen das Leben an Möglichkeiten der Reifung mit auf den Weg gegeben hat über Bord zu werfen und sich in einen hoffnungsfrohen, a priori allerdings hoffnungslos unterlegenen Wettbewerb mit zwanzig oder dreißig Jahre jüngeren, talentierteren und gesünderen Mitmenschen zu stürzen. Ganz zu schweigen von dem noch viel härteren Wettbewerb mit sich selbst. Gegenbeispielen zu begegnen ist selten, aber lohnenswert und kann gekrönt werden von einem wohltuenden Erleben gewachsener Souveränität. Oft nimmt man diese allerdings nicht wahr, weil solche Landeplatz-Randerscheinungen nach dem Flug auch mal nicht übers Fliegen oder auch mal gar nicht reden. Ist Wettbewerb beim Gleitschirmfliegen auch im Alter eine schöne Sache? Ist ein Messen mit sich und anderen gut, damit man nicht zu weich wird? Braucht Fliegen innere Härte? Und: Ermöglicht das Älterwerden beim Gleitschirmfliegen ein anderes, neues Gleitschirmflugerlebnis?
Wo sind „Wir“ beim Gleitschirmfliegen?
Manche haben von ihr gehört, manche haben es gesehen, manche glauben an ihn, manche haben sie sogar erlebt – die „Wir“, das „Wir“, der „Wir“. Im Einzel- oder Kleingruppenfall realistisch minimal und vor allem eines: zweckdienlich – die Wir, das Wir, der Wir – kann man ja noch was dranhängen – fällt grad nicht ein – wem? – dem! – fängt mit G an – Gurtzeug? Klar, das muss es sein: das Wir-Gurtzeug. Gleitschirmfliegende sind bescheiden und tendieren nicht dazu, sich – neben sich selbst – über andere zu erheben. Man nimmt sich was man kriegen kann und lässt die, was beschwerlich sein könnte, bei Seite – der Wir ist logischerweise schwerer als dem Ego. Social Media reduziert Vereine zu das Geländehaltern und dem Fluggebietsdienstleistern. Man nimmt sich aus der vororganisierten Pool für sich das, mit die man kann und will. Die, das, der Wir beim Gleitschirmfliegen fängt bei die An- und Auffahrt an und hört meist nach der Lan de bière mit anschließender Ego-Ausschüttung und fliegerischem Datenabgleich auf. Vgl.: „Die post-paraglidersche Logorrhoe und der flugfähige Zahlenwahn oder warum Buchhalter die besten Piloten wären, wenn sie sich trauen würden“, von Fips Flugs, erschienen im Aeronauten-Verklag, Underbergstr. 42, 424242 Münchlausen. Immer wenn man die, das, der Wir beim Gleitschirmfliegen trifft, ist das ganz toll und intensiv, aber warum trifft man sie, es, ihn so selten? Was kann man tun, damit mehr Wir ins Fliegen kommt?
Anm.: All denjenigen, die sich an dem kleinen Artikeltausch gegen drohende Unaufmerksamkeit „reiben“, sei die Verwendung des brandneuen Einheitsartikels für alle Geschlechter, alle Fälle und natürlich alle Gleitschirmflieger „zrr“ wärmstens ans Herz gelegt. Beispiel: „Zrr blöde Idiot, zrr mich ausm Bart gekickt hat, zrr werd ich bei zrr nächsten Gelegenheit so zrrmaßen zrr eins auf zrr Mütze zrrrzrrrn!“
Wie lang darf der Bart sein und wann muss er ab?
Mit der Thermik steht und fällt der Flugerfolg. Mit ihr steht und fällt selbstredend auch das grundsätzliche Können und damit die – erstaunlicher Weise meist nur in der Eigenwahrnehmung des Einzelnen – Platzierung des Piloten auf der flugsozialen Seinsskala. „Durch die Thermik geflogen!“ „Den Bart nicht ausgedreht bekommen!“ „Aus dem Bart gefallen!“ „Bei dem ging’s hoch, bei mir nicht!“ „Da hab’ ich mich dann doch voll hochgekurbelt!“ Kreise, Kreise, nichts als Kreise zum immer wieder um sich selbst drehen. Und was bitteschön, gibt’s beim Fliegen denn zu „kurbeln“? Ist da wo ’ne Kurbel dran? Am Gurtzeug? So ein hässliches Wort aus dem kalten Herzen vorindustrieller Dunkelheit steckt wie ein Dorn in der sprachlichen Seite des nach Freiheit und Erhabenheit strebenden Fliegers – natürlich auch der Fliegerin! Hört, hört, Heroen! Heroinen! Heraus damit! Überhaupt wäre darüber nachzudenken, ob Gleitschirmflieger sich nicht einmal dem Diktat des ewigen Kreisens widersetzen und Ovale fliegen sollten. Oder Vierecke. Oder „advanced“: Achtecke. Klar: Wird scho a biserl ruppiger werden als gewohnt, der Flug, aber schließlich suchen Piloten das Herausforderung – auch die. Finde Deinen eigenen Thermik-Stil, wäre eine innovative „OneThousandAndOneXXXLChallenge“. Apps mit ausgefeilten Logarithmen fürs Tablet könnten errechnen, wie noch mehr Flieger gleichzeitig auf unterschiedlichen Bahnen in einem Bart „kreisen“, „vierecken“ oder sogar „achtecken“ können, das Ganze wird dann mittel VR-Visualisierung direkt in 3D auf die Netzhaut projiziert. Möglichkeiten über Möglichkeiten über Möglichkeiten. Verweigern sich nur Langweiler und Leistungsverweigerer der Drehbewegung? Wer wagt es, sich als Geradeausflieger zu outen?
Wie viel Gerät braucht es oder: lieber Parapopeln als Paragleiten?
Geräte zur Vermessung der Welt beim Gleitschirmfliegen gibt es selbstredend immer noch viel zu wenig. Was unter Umständen daran liegen mag, dass sich Gleitschirmflugbegleitgerätehersteller nicht genug Gedanken darübermachen, was man beim freien Flug noch so alles technologisch an die kurze Leine legen kann. Bisher ging’s beim Hang zum hängenden Flug im Kern oft nur um die Beantwortung einer überschaubaren Anzahl von Fragen: Wie lange kann ich fliegen? Wie hoch kann ich fliegen? Wie weit kann ich fliegen? Das Problematische bei diesem einfachen Hineinstecken in die Erlebniskategorien Lang, Hoch und Weit ist, dass man „fliegen“ durch jedes x-beliebige Tunwort ersetzen kann. Beispiel a: Wie lange kann ich sackhüpfen? Wie hoch kann ich sackhüpfen? Wie weit kann ich sackhüpfen? Beispiel b: Wie lange kann ich in der Nase popeln? Wie hoch kann ich in der Nase popeln? Wie weit kann ich in meinen Popel schnippen? Denkt man das mit aller Konsequenz zu Ende, kann man sich die Mühe mit dem Fliegen und dem ganzen Sack-und-Pack-und-Geräte-mit-sich-rumschleppen sparen und gleich zum Parapopeln übergehen – „lean an mean“. Und genau das ist der Grund, warum das Gleitschirmfliegen noch nicht ausreichend Vermessungsmöglichkeiten bietet. Variometer und Tablets leisten immer noch zu wenig, um die Anziehungskraft des Paraglidings von der des Parapopelns in aller gebotenen Schärfe und Deutlichkeit abzuheben. Mögliche neue Kategorien / Parameter, die nach innovativen technischen Lösungen zur weiteren Vermessung der Welt geradezu schreien, könnten sein:
- Die Zeh-Finger-Konstante: Wie weit war mein linker großer Zeh am dritten Wendepunkt von meinem rechten kleinen Finger entfernt, im Vergleich zum zweiten Wendepunkt?
- Der Integrierte Puls-Klimax: Wie hoch war das integrierte Steigen meines Pulsschlags beim Rausfallen aus dem 10m-Bart bei XC-Kilometer 42?
- Die Gurtzeug-Feuchtigkeitsvariable: Wie hat sich während und nach meinem Integrierten Puls-Klimax bei XC-Kilometer 42 das Luftfeuchtigkeitsniveau innerhalb meines Gurtzeugs verhalten? Und: Wurde der Protektor bis zur Landung wieder trocken?
Möglichkeiten über Möglichkeiten über Möglichkeiten. A propos „Möglichkeiten“: Irrsinnige Eiferer, entgleiste Entgeistigte, Vorreiter der Unvernunft so hört man, planen irgendwo und nirgendwo einen „Vario free day“! Wahnsinnige! Wie viel Gerät braucht der Gleitschirmflug wirklich? Und wäre es schön, mal wieder darauf zu verzichten nach dem Motto „Weniger Technik, mehr Flugerlebnis“?
Angst?
Beim Gleitschirmfliegen? Gibt es nicht! … Und wenn sie doch in ganz, ganz, ganz seltenen Fällen mal auftauchen sollte: Wie viel Angst darf man dann wann haben? Wie wirft man sie ab? Oder soll man sie mitfliegen lassen?
Was ist eigentlich das Schöne am Fliegen?
Das Loslassen? Das Freisein? Das Bodenlose? Loslassen kann vielleicht nur wer weiß, was er loslassen kann, was es für ihn, für sie zum Loslassen gibt. Können Gleitschirmpiloten evtl. davon profitieren, sich vor dem nächsten Flug Fragen zu stellen wie: Wie sehr stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden? Und: Warum will ich mich davon lösen? Dem kann sich nach dem Flug eine mögliche dritte Frage anschließen: Bin ich im Einklang mit mir selbst und meinem Handeln? Wie oft kann man Piloten nach einem der einzigartigsten Erlebnisse der Welt dabei beobachten, dass sie kleinkindlich herumnörgeln und innerlich aufstampfen wie Rumpelstilzchen nach der Namensnennung: „Will abba der Höchste sein, menno, Mamma, Babbaaaaa, bähhhh!“ Kann neben den Fragen nach Thermik, Technik und fliegerischem Talent auch die nach sich selbst und der Fähigkeit zur inneren Erdung sowie die Übung darin, das wahrhaft Schöne und Erhebende im Leben – nicht nur beim Fliegen – sehen, fühlen, hören, riechen und schmecken zu können, mehr bringen als ein neuer Schirm und ein neues Gurtzeug? Falls ja, wie macht man das? Wie kommt man da hin? Wie fliegt man entspannt und genussvoll und einfach „nur“ schön?
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Anmerkungen:
1) Ich habe diesen Text über einige Wochen hinweg immer wieder in Teilen neu geschrieben und ihn einige Male grundlegend überarbeitet. Es gab Versionen mit deutlich mehr Provokationen, ganz faktische, dann solche mit wohlmeinend-kritischen Thesen bei denen ich mich später selbst fragen musste, was ich mir eigentlich dabei gedacht hatte, es besser wissen zu wollen als andere und letztendlich feststellen durfte, dass ich genau in die Ego-Falle getappt bin, die ich – man mag es zwischen den Zeilen oder auch unmittelbar lesen – so wenig mag. Es war ein zuerst schmerzliches, dann zusehends wohltuendes Erlebnis, zu versuchen, dem eigenen Ego ein Schnippchen zu schlagen – ich hoffe es ist einigermaßen gelungen – es wirklich zu wissen ist sehr schwer.
Am Schluss habe ich mich dann für die vorliegende Version mit den Fragen entschieden, auch, weil sie den Leser in eine mögliche Antwortfindung miteinbezieht und ihm den größtmöglichen Spielraum im Kopf lässt. Es würde mich freuen, wenn das, was mich zum Schreiben bewegt hat und im Alltag, im fliegerischen wie teils auch im nicht-fliegerischen, immer wieder bewegt, auch anderen irgendwie irgendetwas bringt.
Sollte sich irgendjemand oder irgendeine Interessensgruppe aufgrund des Textes innerlich erregt fühlen, so sei ihm oder ihr hier mein wärmstes Mitgefühl ausgesprochen. Vielleicht hilft der Hinweis aus meiner eigenen bescheidenen Erfahrung: Mein Aufregen über andere und anderes beginnt meist bei mir selbst. Danke für das Verständnis und Entschuldigung.
2) Die „richtigen“ Antworten, falls es sie gibt, sind mir selbstredend nicht bekannt.