Seit Oktober 2002 gibt es das Fluggelände Merkur in Baden-Baden. Mit einem Höhenunterschied von mehr als 400 Metern, Bergbahn, Gaststätten an Berg- und Talstation sowie gepflegtem Start- und Landeplatz ist es wohl eins der schönsten Fluggebiete der Mittelgebirge. Hier findest du alle wichtigen Infos zu den Fluggeländen.

Heldenkraft!

Auch wenn der frühe Blick in die Webcam nichts wirklich Gutes verhieß, so war der morgentliche Nebelmantel um den Merkur, der bis tief in die Baden-Badener Niederungen hinabwallte, nur das friedliche Vorzeichen eines Ausbruchs gestalterischer Energie, die ihresgleichen sucht. Von zehn Uhr morgens bis vier Uhr am Nachmittag unterzogen fünfzehn Landschaftsvisagisten unter der kompetenten Führung unseres Eventmanagers Claas Tzschucke unseren Flugberg einer tiefgehenden Verjüngungskur. “Q10” für die fliegerisch kultivierte Natur. Und das hatte der Startplatz West auch dringend nötig. Denn mehrere nächtliche Wildschweinfeten hatten dazu geführt, dass sich auf der Südhälfte eine unschöne Akne breit machte. Das haben wir jetzt in gleichermaßen schweißtreibender wie zen-haft hingebungsvoll fokussierter Kleinstarbeit wieder ins flächenhaft yin-yang’sche Gleichgewicht gebracht. Und damit die armen abwegigen Sauen in Zukunft nichts mehr versauen, haben unsere Bergfexe und -füchse gleich einen eindrucksvollen Elektrozaun um unsere Absprungfläche gezogen. Hier durften wir unsere Kräfte hinsichtlich des Erhalts eines möglichst harmonischen Landschaftsbildes mit gut ein Meter fünfzig langen und zehn bis fünfzehn Zentimeter dicken Akazienpfosten messen. Dafür, dass der Kontakt mit unserem Machwerk für die borstigen Vierbeiner zum nachhaltig prickelnden Erlebnis wird, sorgt die neue Solarstromanlage, die uns Ingo Winkler besorgt und installiert hat. Daneben wurde ein gefühlt bis zum Mittelpunkt der Erde reichendes Loch für einen zusätzlichen Windmasten auf der Südseite des Startplatz West ausgehoben, mit dem neuen Windmastbodenanker von Roland Klein ausgestattet und mit reichlich Beton und Steinen aufgefüllt. Am Startplatz West, Landeplatz West und Landeplatz Nordost erhielten die Windfahnen ein Update. Für die nötige Energie zwischendurch sorgten super Leckere hors d’oeuvre, Fruchtspieße und Kaffee von Margret Henn aus der Molkenkur-Küche. Abschließend gabs delikate Gipfel-Pizza. Besonderen Dank auch an Bernd Fahrner, den Bruder unseres zweiten Vorsitzenden Dieter Fahrner, der mit seinem nagelneuen Auto extra aus Freudenstadt an den Merkur gekommen ist, um den Unterboden seines durch zig Zementsäcke beschwerten Wagens mit dem staubig-steinigen Auffahrtsweg zum Merkurgipfel bekannt zu machen. Man kann nur allenfalls unzureichende Vermutungen anstellen, welch tiefe Schuld leichtsinnigens Zusagens hier im Bruder-Bruder-Verhältnis abzutragend aufzuwiegen war.

Vielen DANK an das tolle Team, das Blut, Schweiß und Freudentränen vergossen hat, um gemeinsam einen richtig schönen Arbeits- und für den ein oder anderen auch noch anschließenden Flugtag zu verbringen. Und dafür wurden wir dann natürlich mit schönstem Sonnenschein belohnt 🙂 .

Das Dream-Team vom 19. März 2016:

Holger Steinbach

Ingo Winkler

Siegfried Krzemien

Gerd Halbeis

Ulrike Sies

Sandor Nusser

Joachim Velten

Götz Treptau

Alois Frietsch

Klaus Kraft

Claas Tzschucke

Marc Schimmel

Sebastian Schmied

Gerd Roßkopf

Bernd Fahrner

Ralf Baumann

Fotos: Sandor Nusser, Ralf Baumann, Ingo Winkler

Nachtrag: Und seit Dienstag ist es soweit, auch auf der Südseite unseres Startplatz West weht eine Windfahne am neuen Windmast und sorgt bei Nordwindeinfluss für noch präzisere Startinformationen.
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Neuer Geräteschuppen-Anbau fertiggestellt!

Geschafft! Der Anbau zur Gerätehütte wurde gestern fertiggestellt. Unser Dank gilt den fleißigen Helfern Esther, Klaus, Rainer und natürlich dem Chefkonstrukteur und Aufbaumeister Klaus Peter Schilli.

Weiterhin haben noch Hans, Uli, Laszlo und Claas tatkräftig mitgewirkt.

Bäume sind unsere Freunde

Unfallvermeidung am Merkur

Unfallvermeidung am Merkur

TIPP 1: Lenken nach dem Start

Manche Piloten sind schneller in der Luft als sie denken (zB weil sie sonst nur von flachen Hänge starten). Wer nicht lenkt hat ein Problem. Das heißt: Sofort, wenn die Füsse in der Luft sind, sich aufs Lenken konzentrieren. Fast alle Zwischenfälle der letzen Jahre, auch von erfahrenen Piloten, wären vermeidbar gewesen, wenn – sobald abgehoben oder ausgehebelt – auch sofort Kontrolle über den Schirm übernommen worden wäre.

TIPP 2: Bei Starkwind Kappe direkt vor dem Start komplett unter die Kante ziehen

Warum? Unterhalb der Kante ist er doch durch den Wind hibbelig? Ja, Leinen sollte man deshalb zwar immer oben sortieren, aber dann Schirm runter ziehen: Unter der Kante ist der Start viiiiel kontrollierter.

Schirm oben sortieren, zum Starten in den Wind ziehenWarum ist das so: Wer seinen Schirm bei Starkwind von hinten ganz normal startet, muss ihn erst durch die “Windstille” ziehen. Der starke Zug an A (damit sich der Schirm mal rührt) hat zur Folge, dass der Schirm im Windfenster angekommen sofort extem beschleuningt.

Ein unüberschaubar und extrem schneller Start ist die Folge. In diesem Moment führt das “zu starke Anbremsen” zum Aushebeln, was wiederum nur erfahrene Piloten in der Folge sicher beherrschen. Die weniger erfahrenen fangen sich bei diesem Ablauf einen Klapper oder Frontstall ein (zu wenig oder spät angebremst). Diese Situation sicher zu beherrschen ist aufgrund des feinmotorischen Bremseinsatzes in dieser hektischen Situation extrem schwer. Dies trifft bei Starkwindstarts die Mehrheit der Starter. Und führt bei vielen Piloten dann zum Problem Nr. 1.

Den Schirm unter die Kante zu ziehen hat ausserdem den Vorteil, dass die starke Hangneigung den Startvorgang begünstigt bei starkem Wind. Ein sanfter Zug führt auch bei Starkwind dann zu einem LANGSAMEN Startvorgang. Kippt der Schirm unkontrolliert kann viel einfacher abgebrochen werden. Hektik ist Gift, erst Recht bei starkem Wind.

Schirm oben sortieren, zum Starten in den Wind ziehen
Bäume sind unsere Freunde

TIPP 3: Bäume sind unsere Freunde

Bei jeder Nordost-Einweisung sagen wir: Die meisten Wiesen, die Ihr sehen könnt, sind unlandbar. Falls es mal aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zum Landeplatz reicht, ist eine kontrollierte Baumlandung sicherer als eine unlandbare Wiese!

Das Wichtigste bei einer Baumlandung: Der Schirm muss sich in der Krone verfangen. Ein Baum muss also immer so angeflogen werden, dass die Kappe oberhalb der Krone ist. Der Pilot kann hierbei leicht unterhalb der Baumspitze sein. ABER NIEMALS einen Baum seitlich anfliegen, man würde runterfallen, weil sich der Schirm nicht verhängt (die Kappe darf nicht unterhalb der Krone sein!)

Einzelne Bäume meiden. Je dichter das Waldstück, das man sich aussucht, desto besser, denn dann verhängt sich der Schirm viel einfacher in der Krone. Wenn möglich ein Stück Wald in der Nähe einer Strasse ausschen, das erleichtert Ortsangaben. In jedem Fall nach einem Zwischenfall die 112 rufen, auch wenn man sich selbst befreit hat. Nicht selber aus dem Baum retten. Siehe Artikel Baumlandungen. Den Schirm auf keinen Fall selber bergen, wenn geklettert werden muss.

Konzentrierte Baumlandungen gehen praktisch immer ohne Verletzungen einher.

TIPP 4: Wir sprechen viel mehr mit Piloten, die wir nicht kennen

Immer mehr Mitglieder fühlen sich am Startplatz für unser Fluggebiet verantwortlich. Das ist wirklich klasse. Wir müssen das weiter fördern. Sprecht Piloten an, die Ihr nicht kennt. Besonders wenn Bedingungen rau sin. Oft hilft es auch, den Piloten zu raten, die Bedingungen und andere Starts noch weitere 20 Minuten zu beobachten (siehe 5).

Dies hat Unfälle schon oft vermieden. Auch Anfänger (Mitglieder) können andere ansprechen, denn Kommunikation führt zum Nachdenken und macht lockerer in stressigen Situationen (zu starker Seitenwind? Warum fliegen die und nicht ich? Wie oft bist Du hier schon geflogen?)

Lasst auf Nord-Ost niemanden fliegen ohne Aufkleber am Helm, egal was der jenige sagt. Denn es sind genau diese Einzelfälle, die uns mit Unfällen nachher in Schwieirgkeiten bringen (Beschlagnahme der Einweisungsbücher durch die Polizei nach einem Unfall beispielsweise).

mehr miteinander reden
Kann ich das fliegen??

TIPP 5: Beobachten, miteinander reden, abwarten

Dies ist das größte Problem von allen: Wir sehen 10 unsaubere Starts, draußen sieht es aus wie Rodeo-Reiten und wir denken zu wenig darüber nach, warum das gerade so ist.

Wir nehmen uns manchmal nicht genug Zeit, die Bedingungen zu beobachten. Die Zeichen einzuschätzen. Das eigene Können für diesen Tag zu hinterfragen. Dazu kommt: Habe ich einfach jetzt den dringenden Wunsch zu fliegen, koste es was es wolle?

Klingt doof, ist aber so: Je erfahrener der Pilot, desto mehr beobachtet er und schätzt die Situation für sich selber ein. Für sein Können. Bei jedem Start, egal wie ruhig die Bedingungen sind. Nüchtern und ehrlich. Deshalb: Mindestens 20 Minuten den Wind, das Wetter und andere Starts beobachten, bevor man sich zum Start klar macht.

Wer noch nicht die nötige Erfahrung hat, der kann intensiver mit den anderen Piloten sprechen. Redet miteinander am Startplatz über komische Starts, sportliche Bedingungen und redet darüber ob es sicher ist, jetzt zu fliegen. Im Zweifelsfall: Weiter beobachten. Ja, Klatsch und Tratsch kann das Fliegen sicherer machen, wenn er zum Nachdenken führt.

Einfach 20 Minuten weiter beobachten und gegenseitige Beratung hilft, Unfälle zu vermeiden.

Wir sind nicht gegen freies Fliegen oder eigenständige Pilotenentscheidungen. Wir sind auch nicht für einen Startplatz-Sheriff. Aber wir denken, dass es Sinn macht, mehr aufeinander aufzupassen und miteinander zu sprechen, mehr zu beobachten und abzuwarten.

Grundsätzliche Problematiken bei Unfällen:

Für uns als Vorstand sind steigende Unfallzahlen vor allem aus einem Grund ein Problem: Wir haben kaum Möglichkeiten übrig, die die Unfallzahlen senken. Natürlich kann man wieder und wieder irgendwelche Regeln in die Flugbetriebsordnung schreiben – die Erfahrung zeigt aber, dass noch mehr Regeln kaum zu weniger Unfällen führen.

Grundsätzlich muss man bemerken, daß in vergleichbar populären Gebieten immer noch deutlich mehr Unfälle passieren als in Baden-Baden. Unser Sicherheitsniveau ist hoch, auch weil viele Piloten sensibilisiert sind. Seitdem wir darauf bestehen (müssen), daß uns auch kleine Unfälle gemeldet werden, können wir weitere wichtige Schritte zur Unfallvermeidung gehen: Analysieren und Euch eine Hilfestellung geben.

Die Analyse der Unfälle

Insgesamt sechs Schwerverletzte ist die Bilanz 2010 bis jetzt (Juli 2010). Startunfälle bei stärkerem Wind stellen die häufigsten Probleme dar. Ein Unfall auf einer Mini-Not-Wiese(NO) gehört ebenfalls dazu wie ein Positionskreis zu nah seitlich an einem Baum entlang. Auch eine unglückliche Landung.

Bei den Unfällen mit leichter oder ohne Verletzung waren meistens Startfehler der Grund. In den meisten Fällen schätzten die Piloten die Startbedingungen in Bezug auf ihr Können falsch ein. Merkur-West ist ein anfängertaugliches Fluggebiet – aber die Überschätzung hat deutlich zugenommen, vor allem der Lemminge-Effekt zeigt sich als Unfallursache (“wenn der fliegt kann ichs auch”).

Die wichtigste STARKWIND-REGEL: Wer nicht alleine starten kann, soll nicht starten!

Immer wieder helfen manche von uns startbereiten Piloten, z.B. den Schirm festzuhalten, weil sie sonst bei starkem Wind nicht starten können. Das ist fatal! Hilfsbereitschaft natürlich ja – aber wer seinen Schirm nicht schon am Boden kontrolliert, der kann seinen Start auch nicht kontrollieren. Solche Piloten sind extrem unfallgefährdet, das zeigen alle Beobachtungen. Diesen Piloten muß jeder von uns deutlich vom Start abraten. Starts ab 20 km/h aufwärts sind nur was für Profis.

Ganz grundsätzlich: Statistiken aus den Anfangstagen des Fluggeländes belegen, dass vor allem die Pflicht-Einweisung die Zahlen radikal gedrückt haben. Und das heisst ganz konkret: Die ultimative Waffe zur Unfallvermeidung ist ein immer wiederkehrender direkter Kontakt zwischen Gast und Mitglieder. Auch ein Kontakt zwischen Anfänger und Local.

Stefan Scheurer

Eröffnung NO-Merkur: Dieter Knittel, Margret Mergen, Charlie Jöst, Rainer Ganster (v.r.n.l.)

“Gleitschirmfliegen belebt den Merkur”

Am Samstag den 16.05.2015 wurde der erweiterte Nordoststartplatz des Gleitschirmverein Baden e.V. am Merkur eingeweiht. Nahezu doppelt so breit wie zuvor, ausgestattet mit einem sanft abfallenden Hangrelief und einer deutlich verlängerten Ausflugschneise genügt der Nordoststartplatz jetzt den höchsten Sicherheitsstandards. Weiterlesen

Baumbefreit

Startplatz West jetzt noch sicherer

Nach gezielten Baumfällarbeiten am Samstag, den 24. Januar 2015, ist unser Startplatz West jetzt noch sicherer. Weiterlesen

Oh Lord

Oh Lord won’t you buy me….

Oh Lord won’t you send me a 20er wind?

My friends all fly down south, I must make amends.

Flew hard all my lifetime, with help from my friends,

So Lord won’t you send us a 20er wind?

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Annecy_Forclaz

Was fehlt auf dem Bild?

Der Col de la Forclaz ist einer der schönsten Startplätze. Annecy ist eines der großartigsten Fluggebiete. Auf dem Bild hier fehlt nur etwas ganz Entscheidendes…

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Neuer Nordost-Startplatz fertig!

Das Bauwerk ist vollbracht. Mit dem letzten von vier Arbeitseinsätzen konnte heute unser Starplatz NO fertiggestellt werden. Mit etwas Glück wächst uns der Grassamen noch an und es treten bis zum Frühjahr keine Erosionsschäden auf. Der Startplatz bleibt bis dahin gesperrt und es besteht absolutes Startverbot.

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Bericht BNN Arbeitseinsatz Nordost

Großer Bericht in BNN.

Großer Einsatz, großer Bericht. Beim NO-Arbeitseinsatz am 22.11.2014 war die Beteiligung super gut…

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